Kolumbien - Kriegsprofiteure: Klarstellung Wer sind sie?

Kriegsprofiteure sind nicht nur die, die von der Waffenindustrie profitieren, sondern auch diejenigen, die Militäraktionen fördern und Strategien ausarbeiten, wie man von einem Krieg profitieren kann. In diesen Kreis können wir die folgenden einschließen:

- Große private Firmen

Hier beziehen wir uns auf die transnationalen und multinationalen Firmen, die zur Durchführung ihrer hegemonischen Projekte die Kontrolle über unsere Bodenschätze und unsere Ländern benötigen, damit wirtschaftlich und politisch solidarische Beziehungen nicht verbessert werden können (welche eine wirkliche Entwicklung der lateinamerikanischen Länder bedeuten würden).

Diese Strategien dieser Profiteure basieren auch auf der Verstärkung bewaffneter Konflikte und der Konsolidierung militärischer und paramilitärischer Akteure mit dem Ziel, Megaprojekte durchzusetzen, die es ihnen wiederum erlauben, große Teile unserer Länder und unserer politischen Macht an sich zu reißen.

Nachfolgend einige der Firmen, die in unserem Land als Profiteure intervenieren:

Im Rahmen der Globalisierung kaufen diese transnationalen Firmen ortsansässige Firmen auf und gewinnen so die Kontrolle über die Bodenschätze, wie Erdöl, Wasser, Luft, Nickel, , Uran und Quecksilber. Die letzten vier werden in der Waffenindustrie verwendet.

Die Konsequenzen aus diesen Megaprojekten sind u. a. Enteignung von Ländereien der örtlichen Gemeinden, Ausbeutung der örtlichen Arbeitskräfte und Verstärkung der Konflikte, da solche Projekte die strukurellen Gründe für Armut und Ungleichheit vertiefen.

- Die Geldinstitute tragen auf zweierlei Art zu Kriegen bei: (1) durch Kredite an diejenigen, die in Kriege investieren und (2) durch enorme Anhäufung von Reichtümern, was wiederum die strukturellen Gründe für Krieg in Kolumbien vertieft. 21,9 Millionen Leute oder 49,2 % der Bevölkerung Kolumbiens leben in Armut. 14,7 % der Bevölkerung sind als sehr arm eingestuft. In diesem Zusammenhang muß man die Banken Santander und die BBVA erwähnen, die heute im Hypothekengeschäft führend und eines der größten Geldinstitute Kolumbiens ist. Auf internationaler Ebene sind diese Geldinstitute sowohl Partner der Waffenindustrie in Europa als auch Geldgeber für Militärinvestitionen.

- Staaten:

Die Weltmächte: durch wirtschaftliche, militärische und politischen Interventionen in anderen Ländern suchen die mächtigsten Staaten dieser Welt die Kontrolle über den Reichtum und die Gebiete von weniger mächtigen Regionen. Im Falle Kolumbien investiert die USA mehr als 350 Millionen US-Dollar jährlich in den Bürgerkrieg. Außerdem leihen multilaterale Organisationen, wie die Weltbank, der Internationale Währungsfond, die Inter-Amerikanische Entwicklungsbank und der WTO Geld an Entwicklungsländer und erhöhen damit deren interne und externe Schulden und zwingen sie so, ihre Wirtschaft dem neoliberalen Wirtschaftsmodell anzupassen.

Un die Länder der dritten Welt: durch nationale Sicherheits- und Verteidungspolitik vertiefen sie die Konflikte sogar noch. Die öffentliche Ordnung wird auf Kosten der grundlegenden Menschenrechte erhalten. Anfang der 1990er Jahre bestand zudem Übereinstimmung in Washington, daß die Schwächung von Wohlfahrtstaat und ziviler Freiheiten und gleichzeitig ein im wesentlichen passiver Pro-Markt-Staat gefördert werden sollten, der viele seiner Schlüsselrollen an private und transnationale Firmen gibt.

Ein weiteres Problem stellt die Erzeugung und Erhaltung paramilitärischer Strukturen - sei es durch den Staat (wie in Kolumbien) oder als Summe der Interessen des privaten Sektors der Welt.

Ein paar Beispiele für die Macht von Fimen und Kriegsspekulation in Kolumbien.

- Die Präsidentschaft, die die Rechte als Dienste ansieht

- Die Mafia, die durch Drogenhandel und Verbindungen mit paramilitärischen Gruppen in die militärischen Strukturen eindringt. Als Ergebnis der Zunahme bewaffneter Akteure in Kolumbien gibt es immer weniger Arbeit auf dem zivilen Sektor und immer mehr im Zusammenhang mit dem Militär.

- Die kolumbianische und USRegierungen kämpfen mit dem Plan "Kolumbien" und dem Patriot-Plan gegen Drogenhandel und für die Beseitigung der Guerrillas. Der Drogenkrieg (der auch militärische Aktionen und den Gebrauch von giftigen Herbiziden beinhaltet) richtet sich gegen das schwächste Glied der Produktionskette: die Koka-Bauern, die Kokapasten-Hersteller und die Zivilbevölkerung. Die wirklichen Händler, Landbesitzer, Politiker und Privatleute, die den Drogenmarkt managen, sind oft gar nicht das Ziel.

- Die Verteidungspolitik legt mehr Wert darauf, die Ausgaben für das Militär zu erhöhen, auf Kosten der grundlegenden Menschenrechte, von Gesundheit und Bildung.

- Das Verteidungsministerium belastet nicht nur den Haushalt des Landes sehr stark, sondern hat auch eine eng angeschlossene Gruppe von 21 Firmen, u. a. Indumil (Waffenhersteller), Hotel Tequendama und die Militäruniversität. Diese Gruppe funktioniert als alternierender Fond, dessen Gewinne in demokratische Sicherheit investiert werden .... Was geschieht mit den Gewinnen aus diesen Investitionen?

- Das Innenministerium und die Wiedereingliederung von 43000 entlassenen Soldaten in das zivile Leben: man gibt vor, mit dieser "Friedens"strategie Ressourcen zu erschließen, während in den ersten beiden Jahren der Amtszeit von Uribe die Armee und der Kriegsverlauf stärker wurden.

- Private Sicherheitsfirmen stellen entlassene Paramilitärs als Überwachungspersonal ein, womit sie eine der bewaffneten Konfrontation angeglichene Arbeit bekommen.

Um die Endgültigkeit dieser Projekte sicherzustellen, werden mit voller Selbstzufriedenheit der kolumbianischen Regierung unterschiedliche in den USA ausgearbeitete Strategien durchgeführt, wie z. B.:

- der Plan "Kolumbien": das ist eine militärische Strategie, die in dem Oktober-Dokument"ley de la estampilla" bestätigt und durch die regioniale Initiative in den Anden (IRA in spanisch) verstärkt wurde. Obgleich sie als eine regionale Antidrogenstrategie geschaffen wurde, versucht die IRA die Armeen der Region zu vereinen.

- der Patriot-Plan und the IRA versuchen die Konsolidierung der 3 Länder (Ecuador, Kolumbien und Venezuela) zu stoppen sowie die Anerkennung der Amazonas-Region als Quelle biologischer Patente

- der Plan Houston, Puebla - Panamá, Bogotá, der das Anlegen von Eukalypusplantagen und die Integration von Kolumbien in die Weltwirtschaft über den interozeanischen Kanal von Chocó, die Vollendung des panamerikanischen Highways in der Region Darién und der Gaspipeline durch Panamá, Kolumbien und Venezuela fördert.

Die Medien:

Die Medien spielen die Rolle des Informationshändlers, die mit Geschichten über den Krieg in Kolumbien handeln und davon profitieren. Außerdem tendieren die Medien sehr dazu, den status quo zu unterstützen, die Konsolidierung der Streitkräfte. Sie verstärken die Vorstellung, daß jegliche Art von Opposition eine Form von Terrorismus oder Rebellion darstellt. Die Medien neigen dazu, die Sicherpläne der Regierung, die Förderung privater Sicherheitskräfte und ausländische Investitionen und Aneigung von Bodenschätzen in einem positiven Licht darzustellen. Die kolumbianischen Kriegsprofiteure unter den Massenmedien sind:

- RCN, die keine objektiven Informationen liefern, sondern die Interessen von politischen Parteien und Personen favorisieren, die den Krieg unterstützen. Während der letzten Präsidentschaftswahl bemühte man sich nicht, eine öffentliche Debatte zwischen den Kandidaten zustandezubringen, sondern man baute lieber das Profil des "Big-Business"-Kandidaten auf. Es ist kein Zufall, dass diese Mediengruppe von den Ardilla-Lule-Gruppen kontrolliert wird, deren Interessen auf der Linie des Uribe-Camps liegen. Eine Reihe von Programmen unterstützt die Armee, u. a. das Radio der Staatspolizei, der Armee, Fernsehprogramme des Staatskanals, das "Impacto"-Progrmm auf dem UNO-Kanal und die "Ehrenmann"-Show, die ein positives Bild der Streitkräfte zeichnet und dazu führt, dass die Menschen die Militarisierung als Mittel zur Lösung interner Konflikte betrachten. Diese Kommunikationsstrategien bringen Staatsressourcen ein und eigene Einkünfte, die ihnen die Erweiterung ihrer sozialen Militarisierungprogramme erlauben.

Und schließlich haben die Streitkräfte und die Staatsicherheitskräfte eine Reihe von Veröffentlichungen und Kommunikationen, die die Bevölkerung in Sicherheit wiegen sollen. Sie sperren auch Straßen in der Nähe von Batallionen, Kasernen und Kommandos ab. Polizei- und Militärfahrzeuge besetzen die öffentlichen Plätze der Stadt. Das alles erzeugt eine Gesellschaft der Kontrolle des Militärs über das tägliche zivile Leben in den Städten.

Man müßte doch da zu dem Schluß kommen, daß es einfacher und lukrativer ist, ein Kriegsprofiteur zu sein, als Akteur in einem bewaffneten Konflikt. Es ist auch offensichtlich, daß Kriegsprofiteure Machiavellischer (skrupelloser) sind als die eigentlichen Soldaten. Diese Kriegsprofiteure ziehen die feinen Fäden der Macht und des Todes, aber sie machen sich nicht die Hände schmutzig, sie sind es nicht, die das Töten ausführen.

FOKA

Firma Megaprojekt
Coca-cola: Hydroelektrischer
Damm im Wasser- und Artenschutzgebiet des macizo colombiano
Nestle: Viehzucht und Milchwirtschaft in den Tälern des Cauca, Caquetá and Putumayo(Umsiedlung, Aneignung und Enteignung von Land)
Amoco, Texaco, Exxon: Gas-Pipeline durch Kolumbien, Venezuela und Panamá
Drummond: Kohle- und Methangasausbeutung in in La Loma, Magdalena
Monsato: Wasserressourcen in Vega, Cauca (in der Nähe der 3- Länder-Grenze in der Amazonas-Region)