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Internationale Solidarität und der Kampf gegen den Militarismus in Kolumbien

27 February 2015: Mein Universitätsabschluss. Bis letzten Dezember konnten nur Personen mit einer libreta militar (die man bei Abschluss des Militärdienstes erhält) ihren Studienabschluss machen.27 February 2015: Mein Universitätsabschluss. Bis letzten Dezember konnten nur Personen mit einer libreta militar (die man bei Abschluss des Militärdienstes erhält) ihren Studienabschluss machen.Heute hat Kolumbien eine historische Gelegenheit, einen bewaffneten Konflikt zu überwinden, der mehr als fünfzig Jahre gedauert hat.

Ich bin Teil der Acción Colectiva de Objetores y Objetoras de Conciencia (ACOOC: Kollektive Aktion der KriegsdienstgegnerInnen), und ich berichte euch mit diesem Schreiben über die Fortschritte, die AntimilitaristInnen in Kolumbia gemacht haben – und um euch zu bitten, an War Resisters' International zu spenden, damit die WRI unseren Kampf weiter unterstützen kann.

Das ganze letzte halbe Jahrhundert sind junge Menschen in Kolumbien gezwungen worden, ihre Träume mitten in einem Krieg aufzubauen, der mehr als 220.000 Menschen getötet hat, bei dem 27.023 Menschen entführt und 5,7 Millionen1 vertrieben wurden und der eine lange Liste systematischer Menschenrechtsverletzungen ermöglicht hat, die auf lange Sicht in der Gesellschaft Schrecken verbreitet haben. Die Mehrheit der Jugend Kolumbiens hat direkt oder indirekt am Konflikt teilgenommen: Der Krieg schien die einzige Wahl.

Friedensverhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und den Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC), sowie die mögliche Einbeziehung der Guerillas vom Ejército de Liberación Nacional (ELN) sind eine Gelegenheit, den bewaffneten Konflikt zu überwinden. Doch für KriegsdienstgegnerInnen und AntimilitaristInnen ist es klar, dass der Aufbau eines nachhaltigen und andauernden Friedens bedeutet, die strukturellen Ursachen des Konfliktes zu überwinden, einschließlich des Wirtschaftsmodells, der Konzentration von Reichtum, Enteignung von Land, sozialer und politischer Gewalt, des Patriarchats, der Armut, der sozialen Ungleiheit und (natürlich) des Militarismus, unter anderen Faktoren.

Mehr Soldaten als Lehrer

Kolumbien bleibt eines der am meisten militarisierten Länder in der Region. Die Zahlen sind klar: Wir haben die zweitgrößte Armee nach Brasilien. Die Investition in „Sicherheit und Verteidigung“ beträgt etwa 27.4 Mrd. Pesos, die zweithöchste in der Region (3,4 % des BRP). Es gibt 6,5 Soldaten auf 1000 Personen, während es nur einen Arzt auf 3780 Menschen gibt. Kolumbien hat mehr Menschen in den Streitkräften als Lehrer. Wir haben einen Überschuss an Polizei, aber wir brauchen 23.800 Ärzte.

Die Militarisierung steht in direktem Bezug zum Diktat eines neoliberalen kapitalistischen Wirtschaftssystems, das einigen wenigen auf Kosten der Vielen zugute kommt. In diesem Sinne ist die Herausforderung der Entmilitarisierung der Gesellschaft groß und komplex.

Den Militarismus in Kolumbien herausfordern

Der ACOOC versteht, dass dieser Kampf bedeutet, auf lange und kurze Frist gewaltfreie Aktionen zu planen, die eskalieren und den gewaltfreien und antimilitaristischen Ansatz in Richtung auf sozialen Wandel vertiefen werden.

Wir nutzen gewaltfreie Aktion in unserem Kampf gegen Rekrutierung, gegen die libreta militar (die Militärbescheinigung, die man nach Abschluss des Militärdienstes erhält – diese Bescheinigung erst verschafft Zugang zu vielen Rechten), gegen die illegale Rekrutierung durch das kolumbianische Militär, und zur Sicherstellung des Rechtes auf Kriegsdienstverweigerung.

In den letzten Jahren haben wir viele bemerkenswerte Fortschritte gemacht. Kriegsdienstverweigerung ist nun in der Verfassung als ein Grundrecht anerkannt; Militärrazzien (batidas) – erzwungene Rekrutierungen - sind nun verboten (obwohl sie in der Wirklichkeit noch immer vorkommen) und die libreta militar ist nicht mehr erforderlich, um einen akademischen Grad zu erlangen (siehe mein obiges Foto!)

Wir vertrauen darauf, dass die kleinen Lücken, die wir aufgestoßen haben, den Weg freigeben werden zur Vertiefung unseres Kampfes und uns im Gegenzug neue Herausforderungen bescheren werden.

Nichts davon wäre möglich gewesen ohne die nachhaltige Solidarität von War Resisters‘ International, die uns während der vergangenen 15 Jahre unterstützt haben. Es ist so wichtig, den internationalen gewaltfreien Kampf und die antimiliartistische Solidarität zu stärken.

Wir laden Individuen und Organisationen, die sich der Aussicht auf Wandlung durch Antimilitarismus und gewaltfreier Aktion verpflichtet haben, ein, die Arbeit der WRI zu unterstützen und eine Spende zu geben, so dass die entscheidende Rolle der WRI bei der Artikulation von Antimilitarismus in der ganzen Welt weiter bestehen kann.

Ihre Zusammenarbeit ist sehr wichtig und kann in Zusammenhängen wie Kolumbien den ganzen Unterschied ausmachen.

Ich bedanke mich im Voraus und wir freuen uns auf Ihren Beitrag.

Diego Carreño Neira

Für Acción Colectiva de Objetores y Objetoras de Conciencia (ACOOC), Colombia

1  27 February 2015: Mein Universitätsabschluss. Bis letzten Dezember konnten nur Personen mit einer libreta militar (die man bei Abschluss des Militärdienstes erhält) ihren Studienabschluss machen.