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Golf – Zum Teufel nein – wir werden nicht hingehen!

Artikel im „Zerbrochenen Gewehr“ Nr. 17, September 1990

US- und australisches Militärpersonal weigert sich, sich zum Golf schicken zu lassen. Der US-Marinesoldat Jeff Paterson ist gegenwärtig im Hungerstreik in Hawaii. Er erklärt:

„Ich kann und werde keine Spielfigur sein im Machtspiel der USA für Profite und Öl im Nahen Osten. Ich werde Widerstand gegen meine geplante Abreise leisten, indem ich mich sofort in den Status eines Kriegsdienstverweigerers versetzen lasse und mich körperlich weigern werde, das Flugzeug zu besteigen. Und wenn ich zwangsweise in die saudische Wüste befördert werde, werde ich mich weigern zu kämpfen.“

Jeff, der seinen Hungerstreik am 24. August angefangen hat, äußerte, er werde weiterhin die Nahrung verweigern, bis das Militär seine Pläne mit ihm überdenkt. Ihm wurde bisher der KDV-Status verweigert.

Committee to Defend Jeff Peterson, c/o Eric Steiz, Attorney, 820 Mililani, Ste 714 Honolulu, HI 96813. Fax +1-808 545 3608

Erik Larsen, ein Stabsunteroffizier der Reserve bei den Marines, erklärt:

„Ich werde Befehle verweigern, die mich in die regulären Marineeinheiten aktivieren. Ich werde Befehle verweigern, die mich nach Saudi-Arabien befördern sollen, um unseren umweltvergiftenden, ausbeuterischen Lebensstil zu verteidigen. Ich werde mich weigern, einem anderen menschlichen Wesen mit einer Gasmaske gegenüberzutreten, die mein Geischt und meine M-16-Waffe verdeckt. Ich erkläre mich zu einem Kriegsdienstverweigerer. Hier ist mein Seesack voller persönlicher Habe. Hier ist meine Gasmaske. Ich werde sie der Regierung zurückgeben, ich brauche sie nicht mehr; ich bin kein Marinesoldat mehr.

Refuse and Resist! PO Box 347193, San Francisco, CA 94134. Tel: +1-415 995 4613.

Ratgeberagenturen in den USA sind überschwemmt worden mit Fragen nach Hinweisen – viele von Freunden und Verwandten von Militärpersonal, das an den Golf geschickt worden ist.

In Australien ist der Leitende Seemann Terry Jones auf dem Stützpunkt HMAS Penguin in Haft, nachdem er die HMAS Adelaide, eines der für den Golf bestimmten Kriegsschiffe, verlassen hat. Er kehrte nach Sydney zurück, um seine Frau und seinen drei Monate alten Sohn zu sehen und stellte sich dann den Behörden.

„Ich bin darauf eingestellt zu sterben, um mein Land zu verteidigen, aber nicht, um Ölleitungen der USA zu schützen. Ich hatte nicht die Absicht, vom Schiff zu gehen, bis ich eine der Parteien, die für das alles verantwortlich sind, sah, wie sie Golf spielten, während sie Tausende von Leben aufs Spiel setzten – eingeschlossen derer von AustralierInnen. Es war genug für mich, um zu beschließen, nicht Teil des Tötens zu sein, denn ich weiß, dass ich unschuldige Menschen für nichts getötet hätte.“

Terry Jones ist einer von mehreren australischen Marinesoldaten, die sich geweigert haben, Befehlen Folge zu leisten oder desertiert sind.

Office of Senator Jo Vallentine, Parliament House, Canberra, ACT 2600. Tel: +61-6 2773790 or Jonny Harris +61-9 481 1244. Fax: +61-6 277 3779.

Kein Iraker hat öffentlich die Rekrutierung verweigert. Während des ersten Golfkrieges hat der Irak zwölfjährige Jungen eingezogen und für Deserteure oder Rekrutierungsverweigerer die Todesstrafe festgesetzt. Während dieses Krieges gab es Berichte über Massenerschießungen von Deserteuren und Rekrutierungsverweigerern oder von Verwandten dieser Männer oder Jungen, die als Geisel genommen worden waren, aber sichere Beweise davon konnten nicht beigebracht werden. Es wird vermutet, dass fast jede Familie im Irak mindestens einen männlichen Angehörigen während des Krieges verloren hat.

Auszüge aus der Erklärung der WRL (USA) zum Golfkrieg:

Bush-Fans feuern im Nahen Osten

Die Entscheidung der USA, als Antwort auf die irakische Invasion tausende von Tuppen, Flugzeugen und Schiffen an den Persischen Golf zu schicken, ist ein schwerer Fehler. Die War Resisters League verurteilt sowohl die irakische Invasion von Kuwait als auch die Antworten der USA auf die Invasion.

Indem die USA Truppen in die Region gebracht haben, haben sie nichts getan, um die Krise zu beenden... Die Stationierung riskiert das Leben junger Amerikaner, heizt anti-amerikanische Gefühle in der arabischen Welt an und schafft neue Hindernisse für Frieden und Kompromisse in der Region. Die Versuche der USA, den Nahen Osten zu beherrschen, müssen ein Ende haben.

Die WRL fordert:

- den Rückzug aller ausländischen Truppen aus der Region und ein Ende aller Waffenlieferungen an den Nahen Osten;

- den Rückzug aller irakischen Truppen aus Kuwait und aller US-Truppen vom Persischen Golf;

- die Beilegung von Konflikten in Übereinstimmung mit den Prinzipien von Nicht-Einmischung, Selbstbestimmung und Gewaltfreiheit;

- Die Verhängung starker multilateraler Wirtschaftssanktionen der UN gegen Länder, die diese Prinzipien missachten;

- Politikansätze, die die Abhängigkeit der USA vom Öl verringern, durch verringerte und wirksamere Nutzung von Öl und durch die Entwicklung nicht-nuklearer alternativer Energiequellen;

- Widerstand gegen jeden Versuch von Seiten des militär-industriellen Komplexes, diese Krise zu nutzen, um benötigte größere Einschnitten ins Militärbudget zu verhindern.

War Resisters League, 339 Lafayette St, New York, NY 10012. Tel: +1-212 228 0450