Türkei: Dr. Serdar Küni wurde zu mehr als vier Jahren Haft verurteilt, obwohl keine konkreten Beweise vorlagen

International delegation at Serdar Kuni's trial. Sirnak/TurkeyInternational delegation at Serdar Kuni's trial. Sirnak/Turkey

Am 24. April 2017 beteiligte sich die WRI in Person von Andreas Speck an einer Gruppe internationaler Beobachter*innen, um den zweiten Prozesstag gegen Serdar Küni, einen Arzt und langjährigen Menschenrechtsverteidiger in der Türkei, zu beobachten. Küni war letzten Oktober verhaftet worden. Die Vorwürfe gegen ihn waren, dass er während der Auseinandersetzungen in Cizre zwischen 2015 und 2016 angeblich Personen medizinisch behandelt habe, die einer terroristischen Organisation angehörten. Das Gericht verurteilte ihn zu vier Jahren und zwei Monaten Haft, obwohl keine Beweise vorlagen, wie die internationale Delegation berichtete.

Die Mitglieder der Delegation verfassten hinterher ein Statement, das sagt, dass das „Gericht die grundlegendsten internationalen Standards fairer Prozessführung ignorierte und den willkürlichen Charakter der Vorwürfe gegen Dr. Küni nicht in Betracht zog“.

Hier geht es zu dem Statement auf Englisch.

Und hier zu einer deutschen Presseerklärung und Übersetzung des Statements, verfasst von Connection e.V. und dem Bund für Soziale Verteidigung: http://www.soziale-verteidigung.de/news/meldungen/suedosttuerkei-arzt-in-ausuebung-seines-berufsethos-zu-mehr-als-4-jahren-haft-verurteilt/