Die Behandlung der KDVer in Korea verändert sich

Jung-min Choi

Ein Jahr und 8 Monate sind vergangen, seit im Januar 2002 eine Adjukation über die Verfassungskonformität des geltenden Militärdienstgesetzes beantragt wurde. Bis jetzt ist noch kein Urteil ergangen. Auch wenn der jetzige Präsident Roh Moo-Hyun im Wahlkampf positiv auf einen Zivildienst reagierte, hat seine neue Regierung noch keine konkreten Schritte unternommen. Die derzeitige Situation ist durch Stillstand auf allen Ebenen gekennzeichnet.

Früher wurden die Strafen für Verweigerer willkürlich auferlegt. Mit dem Anwachsen der KDV-Bewegung kommt es jedoch zu vielen Veränderungen. Die auffälligste Veränderung fand bei der Bestrafung statt. Die Verweigerer wurden zu den Höchststrafen verurteilt. (Die Höchststrafe für KDVer variierte unter jeder Verwaltung. Seit 1994 betrug sie 3 Jahre.) Zur Zeit verurteilen die Richter zu 1 Jahr und 6 Monaten. Das kann man als die Mindeststrafe, weil man gemäß dem geltenden Militärdienstgesetz bei einer Strafe von weniger als 1 Jahr und 6 Monaten wieder einberufen wird. Eine weitere große Veränderung ist, daß ab 1. Juli dieses Jahres die Verweigerer in den Gefängnissen ihre Religion ausüben dürfen. Die meisten südkoreanischen Verweigerer haben einen religiösen Hintergrund. Die Regierung in Seoul bestand fest auf ihrer Haltung, daß Religion in den Gefängnissen nicht ausgeübt werden dürfe, da gerade diese der Grund für das begangene "Verbrechen" sei.

Heutzutage steigt die Zahl entlassener Dienstleistender, die die Teilnahme an Reserveübungen verweigern. Deren Situation ist schlimmer. Wenn ein Reservist sich weigert, zu Reserveübungen eingezogen zu werden, muß er entweder eine Strafe bis zu 5 Millionen Won (ca. 4.000 US$) zahlen oder bekommt eine Haftstrafe von bis zu 3 Jahren, gemäß §15, Absatz 4 des Gesetzes zur Gründung von Vaterland-Reservestreitkräften. Selbst nach einer solchen Bestrafung wird die Dienstpflicht bis zum Ende der Reservedienstzeit immer wieder auferlegt. Das ist ein ernstes Problem durch die ständige Wiederholung der Bestrafung für die gleiche Tat. Die sich ansammelnde Strafsumme kann zu hoch für einen Verweigerer sein und kann deshalb lebensbedrohlich für ihn werden.