Widerstand der Mapuche: Ein ungezähmtes Volk, das den Kampf um das Leben nicht aufgibt

Es kann Wasser ohne Fische geben und Völker ohne Tyrannen, aber es kann keine Fische ohne Wasser geben und keine Tyrannen ohne Völker
Periódico Anarquista Regeneración, 5 de nov. 1910 California, Revolución

Vor kurzer Zeit endete der Hungerstreik der politischen Gefangenen der Mapuche (PPM) im Süden der vom chilenischen Staat verwalteten Ländereien, der am 12. Juli 90 Tage erreichte und dem sich im Ganzen 34 Mitglieder der Mapuche-Gemeinschaft anschlossen, die in sechs verschiedenen Gefängnissen des Südens einsaßen, unter ihnen ein Minderjähriger, der ebenfalls gemäß dem Anti-Terrorgesetz (Ley Anti-Terrorista, LAT) verurteilt worden war.

Ihre Forderungen waren in der Hauptsache: Schluss mit der Anwendung des LAT, Schluss mit der Militarisierung des Mapuche-Territoriums, Schluss mit der doppelten Prozessführung durch die Zivil- und Militärjustiz, bei der Strafen bis zu 104 Jahren herauskommen können, Freiheit für die PPM, unter anderem.

Diese Aktion wurde in einem Kontext durchgeführt, in dem die Forderungen eines Teils der kämpfenden Mapuche sich auf ein grundsätzliches Thema richten, auf die Schuld, die der chilenische Staat aufgrund all dieser Jahre der Unterwerfung trägt, und auf den todbringenden Kapitalismus.

Dieser Kampf um Autonomie wird weiterhin sozial positioniert, und nicht nur um Aufmerksamkeit zu erregen, sondern auch wegen seiner Organisation. Es ist das erste Mal, dass mehr als 30 PPM gleichzeitig in verschiedenen Gefängnissen einen Hungerstreik (zusätzlich zu den Unterstützungsstreiks durch Teile der „Zivil“-Gesellschaft) mit diesen juristischen, territorialen und kulturellen Forderungen gegen den chilenischen Staat durchführen, und das macht sehr deutlich, was vorgeht und wie das Gefängnissystem mit den vom Modell Ausgeschlossenen funktioniert. Die letzten Mobilisierungen versuchten die Feiern zum 200-jährigen Bestehen der Republik, die im September abgehalten wurden, schachmatt zu setzen, Feiern, die dieses Mal in Händen von Piñera und der konservativen Rechten der Unternehmer waren, beeinflusst vom Opus Dei und entschieden neoliberal. Man muss daran erinnern, dass die vorherige Regierung, seit der Diktatur 20 Jahre im Amt, weiterhin die Praktiken der Politik des Terrors durchführte, die während der Zeit Pinochets eingeführt worden war, und einkerkerte, tötete und bis zur Spaltung unterdrückte, was sich der extremen kapitalistischen Öffnung in Chile und allem, was sie mit sich bringt, widersetzte.

Während der letzten Jahre schlossen sich, wie es sich vor kurzem gezeigt hat, viele Teile der Gesellschaft ihren Forderungen an, Hunderte von Organisationen, Tausende Menschen gingen auf die Straßen, und man sah die bedeutsame Unterstützung von Mapuche von verschiedenen Seiten des Wallmapu [Land der Mapuche, s. Wikipedia-Artikel „Wallmapu“, Anm. d. Ü.], eingeschlossen die Region Argentinien, wo dieselben Forderungen nach dem Recht auf Leben anerkannt werden.

Jedes Mal werden weitere Mauern des Schweigens im Süden des südamerikanischen Kegels gebrochen, beklagenswerter Weise begnügt sich manchmal die soziale Apathie mit Situationen wie der, bei der du, um gehört zu werden, das Leben in Gefahr bringen musst, genau genommen das derjenigen, die da sind, um ihr Leben, ihre Kultur und Natur zu verteidigen.
Die Politik des Staates ist eine Politik der Beraubung und Unterdrückung, auch so geht die Mobilisierung weiter. Im Juni 2010 wurden 96 PPM durch die Justiz verurteilt, 57 von ihnen durch die LAT.

Die Kinder sind von dieser Unterdrückung nicht ausgenommen, zum Beispiel sammelte ein Minderjähriger, F. P. M., 14 Jahre alt und aus der Gemeinde Rofue in der Nähe von Temuco, Kräuter mit der Machete, als eine Gruppe der chilenischen Spezialeinheit, militarisierte Polizei, ihn am Bein, Ellenbogen und Schulter anschoss. Als der Junge zu fliehen versucht, wird er per Hubschrauber im Tiefflug über ca. 3 km verfolgt, man packt ihn und zwingt ihn, in den Hubschrauber zu steigen, sie schlagen ihn mit angebundenen Händen. Im Flug und mit geöffneten Türen drohen sie ihn hinauszuwerfen, wenn er nicht die Namen derjenigen angebe, die bei der Besetzung eines seiner Gemeinde benachbarten Grundstücks teilgenommen haben. Dieser Fall kam vor die Gerichte, aber die bezeichneten sich als unzuständig, und der Fall kam vor die Militärjustiz.... Der Rest ist Schweigen. Solche Geschichten sind häufig.

Der Konflikt, den der chilenische Staat gegen das Mapuche-Volk führt, hat eine lange blutige Geschichte, wie in der Mehrzahl in Abya Yala (Amerika) mit seinen so genannten „ursprünglichen Völkern“. In diesem Fall behielten die Mapuche am Gulumapu (der chilenischen Seite), nachdem sie der Tyrannei der spanischen Krone seit 1536 Widerstand geleistet hatten, mit Gewalt ihre Souveränität, bis sie militärisch vom Staat besetzt wurden unter Verletzung des Vertrages von Trapihue von 1825, in dem die Republik Chile im Süden der Grenze zu Bio-Biov die Nation der Mapuche anerkannte. Der Angriff wird von der offziellen Geschichte als „Befriedung von Araucanien“ bezeichnet. Seit 1861 erfolgten Besetzung und Massaker, die mit einer Reduzierung der Territorien der Mapuches auf 5 % endeten, wie auch mit einer Verminderung der Bevölkerung. Die „verbrannte Erde“ wurde das tägliche Brot, und der Staat nahm schließlich die Ländereien (in 90 % der Fälle in gewaltsamer Form) und verteilte sie an Unternehmer, Neureiche, Siedler und sonstige Raubvögel. (Das sind die Ländereien, die heute zurückgefordert werden.)

Die befestigten Siedlungen wurden auf diesem Territorium zu Städten, der chilenische Staat, nun Herr des Landes, beginnt mit seinen kapitalistischen und kulturellen Interventionen und Investitionen, was der ursprüngliche Plan war, wobei man versuchte, über die Geschichte hinweg den Mapuche als „Bürger zweiter Klasse“ zu behandeln, auch wenn man ihn zu Anfang als Feind sah, versuchte der chilenische Staat dann sein Image zu reinigen und den Mapuche zu „integrieren“ (durch Vernunft oder Gewalt, wie ihre Devise lautete) und ihn wie ein ursprüngliches Volk „von“ Chile einzugliedern, ein Beispiel, das sich heute in Reden hören und auf dem Geldschein zu 100 Pesos sehen lässt.

Die Beraubung, die Verstädterung und die Einführung des neoliberalen Modells in der Gegend, die Monokulturen, Megaprojekte und eine ausgeprägte Linie der Armut in der Region förderten die Wanderung vom Land in die Städte, und damit oft, im Bemühen, sich anzupassen, das Vergessen der Kultur, aus der jemand kommt und alles, was das mit sich bringt.

Während des 20. Jahrhunderts wird die Vertreibung vom Land in die Stadt überdeutlich, und der kulturelle Schock wird in die verschiedenen Formen gegossen, die das Kapital ausbildet.

Zum Glück für die neuen Generationen gibt es Menschen, die nicht Teil eines Staates sein wollen, der während seiner gesamten Existenz gemordet hat, der ihre Ländereien mit Feuer besetzt hat in Symbiose mit Unternehmerdynastien, folternd, der in bestialischer Weise seinen Vorteil aus den natürlichen Ressourcen zieht und alles auf seinem Weg zerstört, sowie versucht Sprache und Traditionen aufzuerlegen und zu zerstören. Daher kam die Antwort in der Forderung nach Autonomie und Selbstbestimmung.

Wahr ist, dass dieses Volk niemals stille geschwiegen hat, obwohl es seit dem vergangenen Jahrhundert Ungerechtigkeit und die Einwanderung vom Land in die Städte erleidet. Man rechnet, dass mehr oder weniger 60 % der Mapuche dort leben, immer mehr entsteht eine Erhebung mit eigenen Zielen als Volk. Sie machen aus ihrem Kampf einen interessanten Ansatz zur Revolte über die Wiederaneignung von Territorien, was der chilenische Staat systematisch eingeschränkt hat. Der Wunsch, sich als Volk mit seiner eigenen Kosmologie und Lebensformen lebendig zu erhalten, ob in den Städten oder auf dem Lande, in einem System, das von Oligarchien kontrolliert und unerbittlich kapitalistisch ist, ist eine Herausforderung, die das Mapuche-Volk mit Macht vor sich her trägt.

Die Kirche und die Unternehmerschaft und ihre Macht haben die Gesellschaft im Süden Chiles von den Anfängen dieses Konfliktes an geprägt. Die katholische Kirche ist in den letzten Zeiten Teilnehmer am Dialog geworden, der zwischen Staat und Mapuche in Gang gesetzt worden ist, auch wenn ihre wesentliche Hinneigung zum ersteren jetzt und historisch offensichtlich ist. Das Christentum wurde eingeführt und hat ohne Zweifel die Kosmologie der Mapuche verdrängt und sie beeinflusst, die „Wiederaneignung des Usurpierten“, von der die Rede ist, behandelt auch das.

Die Erhebung für die Ländereien der Mapuche, die die Anfänge der 70-er Jahre bezeichnete, wurde zunächst mit Feuer erstickt, dann mit dem Modell und den Gesetzen, die durch die Militärdiktatur verkündet wurden, wie das LAT (1984), dessen Abschaffung die Gemeindemitglieder im Hungerstreik verlangten oder das Gesetz zur Waldförderung (1974), das die skrupellosen Ausbeutung des Nadelwaldes und des Eukalyptus auf Mapuche-Territorium beförderte, einer der Säulen dieses Konfliktes, der in diesem Augenblick 58 PPM betrifft, von denen 5 verurteilt sind, 42 befinden sich in vorbeugender Haft und 11 sind vorbeugenden Maßnahmen unterworfen. Die Ziffern variieren, und die Logik der Repression ist es bis zu diesem Moment, Prozesse zu erzwingen (einer davon LAT), die Betroffenen so lange wie möglich im Gefängnis zu halten (fast immer geht es zwischen 3 Monaten bis zu anderthalb Jahren) und dann entlässt das Urteil sie unter der Lupe und strikter Kontrolle. In anderen Fällen haben sie nicht dieses Glück und können Jahre der Verurteilung in düsteren Zellen verbringen, wie es verschiedene Lonko und Mapuche erlitten haben.

In der Mehrzahl der Fälle haben die Anklagen, die aufgrund des Antiterror-Gesetzes erhoben werden, zu tun mit Aktionen gegen Forstlastwagen, Brandstiftung an Scheunen von Großgrundbesitzern, unter anderen Fällen, Besetzung von Grundstücken oder Holzdiebstahl.
Man hat angeprangert, dass Beamte des Innenministeriums Straffreiheit anbieten, Reduzierung von Geldstrafen und (Bestechungs-)Geld für gewisse Mapuche, die andere beschuldigen und nachher zu „Zeugen ohne Gesicht“ werden. Chile ist aufgrund dieser Prozesse unzählige Male von Organisationen für Menschenrechte befragt und verurteilt worden.

Die Strategie: Diejenigen neutralisieren, die kämpfen und den mit der Macht verbundenen Raub in Frage stellen. So wird jede Art von Gegensatz zu den vom Staat eingerichteten Kontrollen kriminalisiert, und wer Autonomie ausübt als direkte Aktion und nicht nur auf dem Lande, sondern in den Städten, wie Temuco, eine Stadt, in der die Unterdrückung jeden Tag mehr wächst, und wo die autonomen sozialen Bewegungen, die zum Glück entstehen, in andauerndem Kampf mit den Repressionsorganen sind. Verfolgung, Razzien in „okupas“ (besetzten Gebieten) in Privatwohnungen, wobei Justizmontagen erzeugt werden, ebenso wie es in ganz Chile mit der Kriminalisierung der Anarchisten geht. Ein weiterer Kopfschmerz für den Staat, der jede Ausrede gebraucht, um seine Klauen auszustrecken und soziale Kämpfer ohne Notwendigkeit von Beweisen einzusperren.

Wiederholt gab es Morde an Mapuche von Seiten der Polizei: 2002 wurde der 17-jährige Alex Lemun bei einer Grundstücksaneignung mit einem Schuss in den Kopf getötet vom Polizisten Marco Aurelio Truer, der später von der Behörde befördert wurde, oder Matías Catrileo (2008), bei einer friedlichen Besetzung mit einer Maschinenpistole UZI in den Rücken geschossen vom Polizisten Walter Ramirez, der vor kurzem verurteilt wurde nach einem heißen Kampf seiner Angehörigen, die Beweise brachten wie ein Band, auf dem man den Polizisten hören kann, wie er zum Mord aufruft. Seine Strafe von Seiten der Militärjustiz bestand darin, dass er im Laufe von drei Jahren in einem Büro 36-mal seine Unterschrift leisten musste, aber seinen Posten behalten konnte, diesmal im chilenischen Patagonien. Im Jahre 2009 ermordet die Polizei Jaime Mendoza Collio bei einer Landbeset zung. So ist die Liste der Ungerechtigkeiten lang und obwohl die Regierung es auf sich nimmt, die Mapuche Terroristen zu nennen, hat es der Staat selbst auf sich genommen, über Jahrhunderte auf dem Mapuche-Territorium Terror auszuüben und diesen militärisch noch mehr in diesen letzten Jahren zu verschärfen mit der Absicht, die Investitionen zu schützen.

Die Massenkommunikationsmittel werden von denselben Unternehmern gesteuert [die vom Landraub profitieren, Anm. d. Ü.], wie der Familie Edwars, Herren der Zeitung El Mercurio unter anderen Medien, die von Anfang an die faschistische Linie vertreten haben: „...Die Menschen sind nicht geboren, um nutzlos zu leben und wie die Tiere des Urwaldes, ohne Zweck des Menschengeschlechtes; und eine Vereinigung von Barbaren, so barbarisch wie die Pampas oder Araucanien, ist nicht mehr als eine Horde wilder Tiere, die im Interesse der Zivilisation dringend in Ketten gelegt oder vernichtet werden müssen“: Mercurio de Valparaíso, 24. Mai 1859. Heute übernimmt dieses selbe Medium zusammen mit dem Rest (welche die Mächtigen wohl in Besitz haben), die Aufgabe, die notwendige Anästhesie zu verteilen, damit die existierende Ordnung, die die Konsumgesellschaft fördert, nicht in Frage gestellt wird, noch die Apathie und der Hass gegen diejenigen, die sie „Straftäter“ nennen, die sich gegen ihre Besteuerung erheben, und sie verbergen den ganzen Schaden, den diese Lebensform mit sich bringt, besonders heute, wo Chile versucht, auf dem Mapuche-Territorium Megaprojekte zu erhalten, Staudämme zur Elektrizitätserzeugung, Bergwerke, Thermokraftwerke, Papierfabriken, die Extraktivindustrie wie die Lachsfischerei, die Schleppnetzfischerei oder die Bewaldung mit Pinien oder Eukalyptus, eine zentrale Achse, die von den reichen Familien Chiles wie den Matte oder Angelini geführt wird.

Die Einstellung der Regierungen nach der Militärregierung war es, die Mapuche-Stimmen zu ignoreiren, den Dampfkessel zu verschließen und gleichzeitig mit ihrem Wirtschaftsmodell auf der Grundlage von Industrie- oder Energieprojekten zu prahlen. Auf der Gegenseite sind alle Ebenen des Kampfes um die Verteidigung der Erde ohne Unterlass beschritten worden, und trotz einiger Niederlagen wie der von Ralcoxi geht er weiter, verstärkt sich, lernt von der Vergangenheit, stellt die Strukturen in Frage, die sie bedrängen und weisen ein bedeutendes Hilfsnetz vor. Zum Beispiel: Während des jüngsten (Hunger-)streiks schafften es die Medien der Gegeninformation, von Anfang an über die Ereignisse zu berichten, trotz der Kommunikationssperre, die von seiten der offiziellen Medien erfolgte. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass wir unsere Medien schaffen, Radio, geschriebene Zeitung oder selbst Fernsehen. Sie sind realisierbar im Maße des Interesses, um sie zu schaffen, und in diesen Augenblicken ist das eine Notwendigkeit angesichts des offensichtlichen Betruges der Massenmedien.

Viele Schlachten hat das Volk der Mapuche geliefert, heute wächst andauernd die Solidarität mit ihren Forderungen, wie auch die Strategien der betreffenden Regierungen sich abwandeln, um es zu zu stoppen. Heute bereitet sich der Staat vor, den „Arauca-Plan“ zu verwirklichen, eine Strategie, die, wie wir hoffen, nur Namensähnlichkeit mit dem schrecklichen „Columbia-Plan“ hat.
Hungerstreiks und Erfahrungen wie die von Chepaxiv, von Elena Varela, oder der 14 Anarchisten, die jetzt in Santiago im Gefängnis sitzen, sind Zeichen, dass die Macht durch die Bank diejenigen einschüchtert, die sie stören, aber es kommt vor, dass auch die Solidarität unter den verschiedenen unterdrückten Sektoren zunimmt. In diesem Sinne ist die Solidarität ein Eckstein beim Wiederaufbau eines vom Kapitalismus und vom Staat usurpierten Landes, und in der Wiederaneignung dessen, was uns unterdrückten Mapuche oder Meztiken gehört, die Freiheit, die die Macht leugnet.

Zitat aus einem offenen Brief, der von den PPM während des Hungerstreiks in Temuco verschickt wurde:
Unser Leben ist weniger wert als ein Haus, unser aller Leben zusammen hat weniger Bedeutung als ein Lastwagen, der Staub aufwirbelt, die Zukunft der armen Leute wird in der Weltbank und im IWF geschätzt [...] Wie wir schon gesagt haben, ist die Grundabsicht unserer Mobilisierung im Gefängnis, zur minimalen Einheit innerhalb unseres Mapuche-Volkes und seiner Bewegung beizutragen, aber wir wollen auch indirekt die Einheit der armen und vertriebenen Chilenen in ihrem Kampf gegen das Wirtschaftssystem und den Staat, den Garanten der Reichen, unseren gemeinsamen Feind, ermutigen. [...] Es ist schon zu viel Zeit vergangen, in der wir uns aus der Entfernung angesehen haben, als wenn wir Fremde oder Feinde seien, während die Macht die Beherrschung verstärkt. Einheit zum Kämpfen, Einheit zum Siegen. Einheit, um unsere Kraft wieder zu entdecken [...] Einladen zum sozialen Engagement, um diese Tyrannen zu demaskieren, die sich mit Güte verkleiden und die durch alle Mittel versuchen uns zu überzeugen, dass ihre Tyrannei notwendig sei, die Eingeweide dieses Systems zu unterhöhlen, um mit unseren eigenen Händen die Zukunft zu bauen, die wir verdienen.

Wir hoffen, dass sich eine fließende Kommunikation unter den verschiedenen Formen des Widerstandes aufrechterhalten lässt, sowohl in Südamerika wie in der ganzen Welt, denn die Mapuche, die kämpfen, sind nicht allein, ihre andere Sicht der Welt und die Art ihr Leben zu führen, wird nicht vom Geiz einiger Weniger zertreten. Man muss aufmerksam bleiben auf das, was im Wallmapu vorgeht, trotz vieler Fragezeichen und langer Wege, die noch zurückzulegen sind. Was wird mit diesem Dampfkessel passieren, wenn die Macht weiterhin der Militarisierung und der sozialen und ökologischen Ungerechtigkeit grünes Licht gibt? Ist es im 21. Jahrhundert möglich, dass der tyrannische chilenische Staat in einem bestimmten Augenblick das Projekt der kulturellen und territorialen Autonomie der Mapuche anerkennt? Bei Beendigung des Hungerstreiks lenkte die Regierung ein und änderte den Teil der doppelten zivilen und militärischen Prozessführug im LAT, aber die politischen Verfahren werden in diesen Tagen mit der Anwendung dieses Gesetzes fortgesetzt, wie die gegen die 14 Anarchisten, die in Santiago festgesetzt wurden. Es ist notwendig, in den Süden zu sehen, sich zu solidarisieren, sich zu informieren, denn genau in diesem Augenblick wird ein Weg des Widerstandes gebahnt mit der Absicht, Hand an die Geschichte zu legen, die von der Sippe derselben Tyrannen geschrieben ist, die heute Chile regieren.

Informiere dich.

Eleda Mankilef

Deutsch von Gerd Büntzly