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Aktionsaufruf an die deutsche Friedensbewegung Kommt zum Internationalen Abrüstungscamp in Burghfield, England

Von Friedensforum

2016 wird Großbritannien die endgültige Entscheidung treffen, ein neues nukleares Waffensystem zu bauen, um das gegenwärtige Trident-System (http://actionawe.org/the-trident-system/) zu ersetzen. Die atomaren Unterseeboote, die die Trident tragen, werden alt, deshalb hat die Regierung sich verpflichtet, Verträge zu schließen, um sie 2016 zu ersetzen. Eine neue Generation von Atomwaffen mit geschätzten Kosten von 76-100 Milliarden Pfund soll gebaut werden. Das sind mehr als die gegenwärtig geplanten Kürzungen öffentlicher Ausgaben in Höhe von 81 Milliarden Pfund. Falls die Verträge unterschrieben werden, werden die Sprengköpfe an den Atomwaffeneinrichtungen in Aldermaston und Burghfield, rund 50 Meilen westlich von London, entwickelt und hergestellt werden.

Solch ein Austausch und Modernisierung eines Atomwaffensystems wäre illegal und würde das internationale Recht unterminieren, da es die Verpflichtung zu atomarer Abrüstung bricht, die alle atomwaffenbesitzenden Staaten unter dem Nichtweiterverbreitungsvertrag (NPT) eingegangen sind. Die Welt ist in einer sehr gefährlichen Situation, die durch die lange Verzögerung bei der Umsetzung von Artikel VI des NPT verursacht wird. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sagte kürzlich:“Die Verzögerung trägt ein hohes Preisschild. Je länger wir sie bewahren, umso größer ist das Risiko, dass diese Waffen verwendet werden, an Dritte weitergeben werden oder in die Hände von Terroristen geraten. Aber unser Ziel muss es sein, mehr zu tun, als zu verhindern, dass die tödlichste aller Waffen ‘in die falschen Hände fällt’. Es gibt keine richtigen Hände für falsche Waffen. … Ich rufe alle atomar bewaffneten Staaten auf, ihre Position gegenüber ihren Atomwaffen zu überdenken. Atomare Abschreckung ist keine Lösung für internationalen Frieden und Stabilität. Sie ist ein Hindernis.”

Es ist nicht nur der Generalsekretär, der die Geduld mit den atomwaffenbesitzenden Staaten verliert. Die Mehrheit von nicht-atomaren Staaten setzt sich jetzt aktiv für einen internationalen Vertrag ein, der alle Atomwaffen verbieten soll. „Drei von vier Regierungen unterstützen die Idee eines Vertrages, Atomwaffen gesetzeswidrig zu machen und abzuschaffen.“

Trotzdem werden, sofern es keine Massenbewegung, einschließlich direkter gewaltfreier Aktion geben wird, alle Atomwaffenstaaten ihre Arsenale modernisieren und ersetzen, und mehr Staaten werden eigene Atomwaffen bauen. Das schlechte Beispiel der fünf ursprünglichen Atommächte (USA, Russland, Frankreich, China und Großbritannien), die sich weiter auf Atomwaffen verlassen, hat nicht nur Israel, Indien, Pakistan und Nordkorea ermutigt, sich solche Waffen zuzulegen, sondern reizt immer mehr Staaten, sich anzuschließen.

In Großbritannien haben AtomwaffengegnerInnen (einschließlich jener, die die Aktionen Trident Ploughshares and Faslane 365 unterstützen) geholfen, die öffentliche Meinung gegen die Trident zu mobilisieren. Das gelang zu dem Ausmaß, dass die gegenwärtige schottische Regierung versprochen hat, alle Atomwaffen aus Schottland zu verbannen, sofern die SchottInnen in dem für 2014 geplanten Referendum für die Unabhängigkeit Schottlands stimmen und sie in dem neuen Land die Macht behalten. Das ist in der gegenwärtigen Lage wichtig, wo ein besonderer Fokus auf der englischen Dimension – den Atomwaffenanlagen in Aldermaston und Burghfield – liegt. Falls wir hier Erfolg haben, dann ist das Potential für weltweite Abrüstung hoch. Sobald Großbritannien seine Abhängigkeit von Atomwaffen aufgibt, können wir einen „guten Domino-Effekt“ erwarten, der sich rund um den Globus zieht.

Eine neue Basis-Kampagne mit dem Namen AWE (Atomic Weapons Eridication – Abschaffung der Atomwaffen) wurde jüngst gegründet, um diesen Kampf aufzunehmen und so die Kräfte von so vielen Friedens- und Gerechtigkeitsgruppen wie möglich zu vereinen. Nicht nur britische, sondern auch kontinentaleuropäische Gruppen, einschließlich der in Deutschland, sind aufgerufen, sich dieser Kampagne anzuschließen, zu kommen und zu helfen. Die Aktion AWE hat zum Ziel, die Atomwaffenherstellung in den Fabriken in Aldermaston 5 und Burghfield zu stoppen. Die Absicht ist, dass Gruppen und Individuen ab Februar 2013 unabhängige Aktionen und Veranstaltungen durchführen, um das Bewusstsein für die katastrophalen humanitären Auswirkungen von Atomwaffen zu vergrößern und um politischen Druck auf Großbritannien auszuüben, die Produktion, die Ersetzung und Stationierung von Trident zu beenden und sich anderen Ländern bei der Verhandlung eines globalen Vertrags zum Verbot aller Atomwaffen anzuschließen.

Trident Ploughshares ist eine der Gruppen, die die Aktion AWE unterstützen, und sie organisiert ein zweiwöchiges Internationales Abrüstungscamp in Burghfield vom 26. August bis zum 7. September 2013. Es wird eine große Blockade in Burghfield am Montag, den 2. September geben. Wir hoffen, dass unsere europäischen FreundInnen sich uns anschließen. Wir brauchen Euch!
Diese beiden Wochen werden friedlichen, verantwortlichen Menschen die Möglichkeit geben, eine Menge direkter Abrüstungsarbeit an den Einrichtungen in Aldermaston und Burghfield zu leisten. Aldermaston und Burghfield sind nur sieben Meilen voneinander entfernt, und es ist dort, wo die atomaren Sprengköpfe gefertigt und zusammengebaut werden. Detaillierte Informationen über diese beiden Atomwaffenbasen finden sich unter http://actionawe.org/topics/uks-nuclear-weapons/atomic-weapons-establish...

Das Camp steht AtomwaffengegnerInnen aus anderen europäischen Ländern offen, die sich dem Camp so lange anschließen können, wie sie mögen, obwohl die meisten rechtzeitig für die große Blockade am 2. September anreisen werden. Gruppen des Europäischen Antimilitaristischen Netzwerks werden sich dem Camp anschließen, das eine unterstützende Umgebung schaffen wird, wo wir unsere Fähigkeit zu guter Zusammenarbeit stärken, neue Techniken erlernen, unsere Freundschaften, Visionen und Engagement erneuern können und Spaß haben werden. Es gibt viele Möglichkeiten zur Abrüstung an diesen Basen, selbst während der Zeit des Camps, wenn die Polizei des Verteidigungsministeriums weiß, dass wir dort sind.

Man muss kein Mitglied von Trident Ploughshares sein, um an dem Camp teilzunehmen. Solange Du bereit bist, unsere gewaltfreien Richtlinien zu akzeptieren, bist Du willkommen. Siehe http://actionawe.org/trident-ploughshares-burghfield-camp-2013/ . Bald wird ein Informationspaket zur Verfügung stehen.

Atomwaffen hängen mit jedem größeren Wirtschafts-, Gesundheits-, Umwelt-, humanitären, moralischen und politischem Thema verbunden, denen wir uns heute gegenübersehen, einschließlich Klimawandel, Militarismus, Armut und Unsicherheit. Eine Reihe von verbundenden Essays finden sich unter http://actionawe.org/essays-3/.

Die globale Bewegung für einen Vertrag zum Verbot aller Atomwaffen nimmt Fahrt auf. Jetzt ist die Zeit für uns alle, uns einzumischen und Aktion gegen die Erneuerung der britischen Atomwaffen zu ergreifen.

Seid kreativ! Seid inspiriert! Nutzt Eure Phantasie! Wagt etwas! Bringt Euer Zelt, Eure Leidenschaft und Engagement und schließt Euch uns an, um zu verhindern, dass die nächste Generation von Atomwaffen gebaut wird.

Mehr Informationen über die Aktion AWE, wie sie mit unseren Kampagnen verbunden ist und wie man teilnehmen kann, findet sich auf unserer Website: www.ActionAWE.org, Telefon +44-845 458 88362 oder kontaktiert Angie unter info@actionawe.org.

www.ActionAWE.org

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Anmerkungen

Anmerkung der Redaktion: Die Übersetzung des Namens hat unvermeidbare politische Implikationen. Das englische, politisch korrekte „Vereinigtes Königreich“ ist im Deutschen nicht geläufig. „Großbritannien“ ist politisch unkorrekt, weil es den Anspruch Londons auf Nordirland nicht in Frage stellt, und das deutsche pars-pro-toto „England“ ist wiederum diffamierend für all jene, die sich als Iren, Schotten oder Waliser verstehen.

Angie Zelter ist eine Friedens-, Menschenrechts- und Umwelt-Campaignerin und Empfängerin des Sean McBride Friedenspreises 1997. Sie initiierte Trident Ploughshares (die 2001 den Right Livelihood Award erhielten), Faslane 365, den International Women's Peace Service in Palästina und die Aktion AWE. Sie ist die Autorin mehrerer Bücher, darunter "Trident on Trial - the case for people's disarmament”.

Übersetzung: Redaktion von Friedensforum. Der Artikel wurde leicht gekürzt.

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